5 Fragen zu Regine Trat

In welcher Sprache träumst Du?
Je nachdem von wem ich grade träume! Ist es ein Spanier… dann träume ich spanisch!

 

Warum bist du damals nach Deutschland gezogen?
Ich weiß es nicht genau. Ich glaube es war der Drang nicht mehr aufzufallen… denn als eine „Möller“ (mein Geburtsname) unter „Sanchez, Rodriguez & Co.“  bin ich in einem Umfeld aufgewachsen in dem ich sofort auffiel… aber nicht wegen meiner Leistung… sondern eben nur wegen meinem Namen. In München war ich dann „Möller“ unter „Schmidt, Müller & Co.“… und musste mich beweisen. Ein langer Weg! Die Nächte waren oft lang,  mein Heimweh groß aber eben auch mein Stolz. Und deswegen blieb ich. Bis heute. Aus Heimweh wurde Heim ohne –weh, denn nun bin ich hier zuhause!

 

Wie kamst Du auf die Idee Bücher zu schreiben und wieso sehen sie ein wenig wie Comics aus?
Meine Bücher sollen andere Kanäle bedienen als die rein rationalen und Bilder sind ein extrem geeignetes Transportmittel um Aussagen auf den Punkt zu bringen. Aber generell ist es so, dass ich die Bücher nicht geschrieben habe, „weil ich ein Buch schreiben wollte“… sondern weil ich etwas zu sagen hatte, das unbedingt „raus musste“. Es läuft teilweise so viel verkehrt „da draußen“, in der Welt der zwischenmenschlichen Kommunikation genauso wie in der Welt der Gesundheit. Unzählige Glaubensätze haben sich in die Gehirne der Menschen gebrannt, die teilweise längst überholt oder schlicht weg falsch sind. Einer davon ist der Satz: „Sie müssen Ihren Rücken stabilisieren“ oder gar der Satz: „Ein starker Rücken kennt kein Schmerz“… diese Sätze sind nicht sauber bzw. vollständig ausformuliert und werfen daher ein komplett falsches Bild bezüglich der Dinge, die man tun sollte, um seine Beschwerden los zu werden… Aber das ist nur eines von vielen verkehrten Ideen, die sich in unserer Gesellschaft Platz geschaffen haben… Um zu verstehen was genau ich hiermit meine, macht es Sinn mein Buch „Lebenswert“ zu lesen.

 

Wie kamst Du auf die Idee die Protagonisten in deinen Büchern Namen zu geben, die zweideutig sind? (wie z.B. „Er-win“ mit Anspielung auf „Gewinner“ oder „Er-hart“ mit Anspielung auf Härte im Buch „Erwähnenswert“) oder „Selbsthilfee“…die Fee (aus dem Buch „Lebenswert“)?
Jahrelang war ich auf der Suche nach einer Lösung ein Bücher zu schreiben, die den „Spirit“ meiner Seminare wiederspiegeln. Kurz: Menschen inspirieren über vorhandene Verhaltensmuster nachzudenken ohne mit dem erhobenen Finger des allwissenden Referenten zu fungieren. Eines Nachts… ich saß in meinem „Homeoffice“ und hörte grade „Jose Luis Perales“ (spanischer Schnulzensänger!) kam mir die Idee die Protagonisten vom Buch „Erwähnenswert“ so zu nennen. Ich weiß bis heute nicht warum. Aber ich bin „Jose Luis Perales“ unfassbar dankbar!!!

Und dieser Linie bin ich dann auch beim Buch „Lebenswert“ treu geblieben. Das hat eben auch wieder mit einer Art von Kunst zu tun. Ein Konstrukt zu schaffen, dass es vorher so nicht gab, aber jetzt existiert und voller Leben ist! Das sind Anker, die man nach einem Seminar oder nachdem man das Buch gelesen hat, nicht mehr so schnell vergisst. Damit wächst die Chance, sich im Alltag dann daran zu erinnern!

 

Woher hast du deinen Schreibstil und warum kannst du so gut malen?
Im Grunde schreibe ich nicht. Ich rede mit den Fingern. Denn ich schreibe genauso wie ich rede. Das ist sozusagen mein „Geheimnis“ bzw. „Trick“. Und ich bin ein deklarierter Liebhaber der deutschen Sprache, was seltsam ist, denn aufgrund meiner Vergangenheit als Auswanderkind, habe ich ja nie eine deutsche Schule besucht. Dass wir überhaupt deutsch schreiben können, haben wir unserer Mutter zu verdanken, die uns als Kinder stets sanft aber deutlich, die unumstößliche „erzieherische Anregung“ gab unseren Verwandten in Deutschland Briefe zu schreiben. Nachdem diese der spanischen Sprache nicht mächtig waren … mussten wir die Briefe auf Deutsch verfassen.

Mit dem Malen bzw. Zeichnen habe ich sehr früh begonnen. Neben Räderschlagen, auf Olivenbäumen sitzen oder mit unserem Hund Kiki am Strand spazieren zu gehen, verbrachte ich viel Zeit mit Buntstiften und Papier. Zudem machte es mir mein Umfeld sehr leicht: Mein Vater malte sehr viel und gerne, so dass wir heutzutage im Besitz von gefühlt 10.000 Öl-Bildern sind und zudem hatte ich einen sehr prägenden Kunstlehrer, ein Genie! Später besuchte ich ein Jahr lang die Kunst-Handwerker-Schule in Granada und grundsätzlich habe ich nie aufgehört mich, mit den diversesten Techniken der Malerei, auszuprobieren

 

Du bist ja unter Anderem auch Inhaberin von einem Rücken- und Gelenkzentrum! Wie schaffst du es, alles unter einem Hut zu bringen?
Ich bin ein ausgesprochener Planer und besitze die Gabe mich nicht ablenken zu lassen. Wenn ich mich auf eine Sache konzentriere, dann gibt es in just dem Moment nichts anderes auf der Welt als diese eine Sache!

UND ich lebe getreu meinem selbstkreierten Motto:

„Da es nicht immer geht, die Dinge zu tun,
Tue ich sie, wenn es geht, immer!!!“

Viele Menschen begehen den Fehler, die Dinge nicht zu tun, weil sie manchmal nicht bzw. weil sie nicht immer gehen!!! In meinen Augen … ein Kapitalfehler! Auf diese Weise werden sie nie etwas verändern oder tun. Denn im Leben gibt es vieles, aber kein „Immer“ (!) Außer wenn es geht, dann geht es eben immer!!!

 

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